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Schulter-Sehnenentzündung: verstehe deinen Schulterschmerz und nimm deine Aktivität wieder auf

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Was ist eine Schulter-Sehnenentzündung?

Die Anatomie der Schultersehnen

Die Schulter wird durch vier Sehnen der Rotatorenmanschette stabilisiert (Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor, Subscapularis), zu denen die Sehne des langen Bizeps hinzukommt. Diese Sehnen verlaufen durch einen schmalen Raum unter dem Akromion und ermöglichen es, das Gelenk bei jeder Armbewegung zu bewegen und gleichzeitig zu stabilisieren. Die Schulter-Sehnenentzündung bezeichnet eine schmerzhafte Schädigung einer oder mehrerer dieser Sehnen, ohne dass zwangsläufig ein Riss vorliegt.

Warum werden diese Sehnen schmerzhaft?

Der Schmerz entsteht, wenn die Schultersehnen einer wiederholten Belastung ausgesetzt sind, die ihre Anpassungsfähigkeit übersteigt, besonders bei Überkopfbewegungen. Ein Ungleichgewicht der Schulterblattstabilisatoren, eine zu schnell gesteigerte Trainingsmenge oder eine unsaubere Sporttechnik sind die häufigsten Ursachen für eine Sehnenüberlastung.

Schulterbereich in der HOPP-App
Physio-Tipp: Man spricht heute eher von „Tendinopathie” als von „Sehnenentzündung” (Tendinitis), da eine Entzündung nicht immer der Hauptmechanismus ist: Meist handelt es sich um eine Reaktion der Sehne auf eine wiederholte mechanische Überlastung, die eine progressive Kräftigung erfordert — statt einfacher Schonung.

Welche Sportarten begünstigen eine Schulter-Sehnenentzündung?

Alle Sportarten, die die Schulter wiederholt oder intensiv über Kopf beanspruchen, bergen ein besonderes Risiko:

  • Schwimmen, besonders Kraul und Schmetterling
  • Tennis und Rückschlagsportarten
  • Volleyball und Handball (Schmetterschlag, Aufschlag)
  • Wurfsportarten (Speerwurf, Baseball)
  • Krafttraining mit schweren Überkopfdrücken
  • Klettern und Sportarten mit Greifen über Kopfhöhe
Physio-Trick: Teste deinen Schmerz, indem du den Arm seitlich zwischen 60° und 120° hebst: Ist der Schmerz in dieser Zone deutlich spürbar („schmerzhafter Bogen”) und lässt danach nach, ist das ein guter Hinweis auf eine Schulter-Sehnenentzündung. Je früher du die Überlastung hinter dem Schmerz identifizierst, desto schneller gelingt die Korrektur.

Die Behandlung der Schulter-Sehnenentzündung in der Reha mit einem Sportphysiotherapeuten

Ziel der Behandlung ist es, die Sehnen der Rotatorenmanschette und die Schulterblattstabilisatoren schrittweise zu kräftigen und dabei die Belastung der Schulter vorübergehend zu reduzieren, solange der Schmerz noch besteht.

  1. 1Schmerzreduktion und Belastungssteuerung
  2. 2Beweglichkeit von Schulter und Schulterblatt
  3. 3Isometrische Kräftigung
  4. 4Progressive konzentrische Kräftigung
  5. 5Exzentrische Kräftigung
  6. 6Arbeit an der Rotatorenmanschette
  7. 7Korrektur der Bewegung
  8. 8Kräftigung unter sportlicher Belastung
  9. 9Progressive Rückkehr zur ausgeübten Sportart
  10. 10Rückkehr zum Wettkampf

Die Bedeutung des Physio-Gesprächs

Im Gespräch versucht der Physiotherapeut, die schmerzauslösenden Bewegungen (Arm über Kopf, Wurfbewegung), eine kürzliche Änderung des Trainingsvolumens sowie die sportliche Vorgeschichte und mögliche Haltungsungleichgewichte zu identifizieren, die die Sehnenüberlastung begünstigen.

„Nicht die Sehne ist zerbrechlich, es ist die Belastung, die besser dosiert und verteilt werden muss.“

Die Kräftigung, Grundpfeiler der Behandlung

Die Kräftigung der Rotatorenmanschette und der Schulterblattstabilisatoren (Trapezmuskel, vorderer Sägemuskel) hilft, die Belastung besser auf die Schultersehnen zu verteilen. Ergänzt wird sie durch eine Korrektur der Sporttechnik, denn eine ineffiziente Schultermechanik erhöht die Belastung bei jeder Wiederholung.

Zusammengefasst

  • Kräftigung der Rotatorenmanschette
  • Kräftigung der Schulterblattstabilisatoren
  • Progressive Korrektur der Sporttechnik
  • Progressive Rückkehr: Mobilität, dann Belastung, dann Sport
Angeleitete Mobilitätsübung in der HOPP-App

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Schonen oder weiter Sport treiben?

Vollständige Schonung ist in der Regel nicht notwendig und nicht die wirksamste Lösung. Es ist besser, deine Aktivität vorübergehend anzupassen, indem du Bewegungen reduzierst, die deutlich Schmerzen auslösen, während du körperlich aktiv bleibst und so bald wie möglich mit der Kräftigung der Rotatorenmanschette beginnst.

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Wann bei einer Schulter-Sehnenentzündung eine Fachperson aufsuchen?

Hält der Schmerz trotz angepasster Aktivität länger als drei bis vier Wochen an, geht er mit einem deutlichen Kraftverlust oder systematischem nächtlichem Aufwachen einher, wird eine ärztliche Einschätzung empfohlen, um einen Sehnenriss auszuschließen.

Die HOPP-Pflegeprogramme zur Behandlung deiner Schulter-Sehnenentzündung und Rückkehr zum Sport

Die Schulter-Sehnenentzündung erfordert für eine dauerhafte Heilung eine schrittweise Neuausrichtung der Kräfte rund um das Gelenk. HOPP bietet dir ein präzises Übungsprogramm, das eine möglichst schnelle Rückkehr zu deinen Aktivitäten ermöglicht.

Gezielte Dehnungen der Rotatorenmanschette und der hinteren Kapsel, um Spannungen rund um die Schulter zu lösen.
Ein Mobilitätstraining von Schulter und Schulterblatt zur Verbesserung der Gesamtausrichtung der oberen Extremität.
Eine progressive Kräftigung der Rotatorenmanschette und der Schulterblattstabilisatoren.
Eine progressive und begleitete Rückkehr zum Volumen von Überkopfbewegungen, um die Schulter nicht zu früh erneut zu überlasten.

Das Programm läuft je nach Verletzung über 3 bis 9 Wochen und endet mit einer Reathletisierungsphase, die eine Rückkehr zum Wettkampf unter besten Bedingungen ermöglicht. Jedes Programm wird vom HOPP-Team entwickelt, bestehend aus zwei Sportphysiotherapeuten, die auf die Analyse und Betreuung von Sportlern spezialisiert sind. Während deines Fortschritts findest du außerdem einen theoretischen Teil, um alle Aspekte deiner Heilung zu beherrschen und deine Behandlung eigenständig weiterzuentwickeln. Bei Bedarf steht dir unser Physiotherapeuten-Team zur Begleitung zur Verfügung.

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Ein Programm, das sich jeden Tag an dich anpasst

Jeden Tag wird dein Befinden (RPE) berücksichtigt, um den weiteren Verlauf deines Programms automatisch anzupassen: mehr Belastung, wenn alles gut läuft, etwas weniger, wenn die Schulter protestiert. Diese tägliche Personalisierung macht den Unterschied zu einem starren Programm auf Papier.

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Häufig gestellte Fragen

Ersetzt das HOPP-Programm eine ärztliche Konsultation?

Nein. HOPP ist ein von Sportphysiotherapeuten entwickeltes Begleitungs- und Rehabilitationstool, ersetzt aber nicht die Einschätzung eines Arztes. Wende dich bei Unsicherheit oder anhaltenden Schmerzen an eine medizinische Fachperson.

Ist das Programm für alle sportlichen Niveaus geeignet?

Ja. Jedes Programm wird an deine Sportart, dein Niveau und dein tägliches Befinden angepasst — egal ob du Freizeitsportler bist oder dich auf einen Wettkampf vorbereitest.

Kann ich mit einer Schulter-Sehnenentzündung weiter Sport treiben?

In den meisten Fällen ja, wenn du dein Volumen vorübergehend anpasst und Überkopfbewegungen vermeidest, die den Schmerz auslösen, während du parallel mit der Kräftigung der Rotatorenmanschette beginnst.

Wie lange dauert es, eine Schulter-Sehnenentzündung zu heilen?

Ein strukturiertes Programm bringt in der Regel innerhalb weniger Wochen eine deutliche Verbesserung, mit einer vollständigen Rückkehr zum Sport nach mehreren Wochen progressiver Kräftigung.

Ist Tendinopathie dasselbe wie Sehnenentzündung?

Der Begriff „Tendinopathie” wird heute bevorzugt, da er die verschiedenen möglichen Mechanismen umfasst (Überlastung, Degeneration, Entzündung), während „Sehnenentzündung“ (Tendinitis) eine Entzündung nahelegt, die nicht immer vorliegt.

Thibault Vignais, Sportphysiotherapeut

Inhalt verfasst von Thibault Vignais

Sportphysiotherapeut und Osteopath, Mitgründer von HOPP

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